zwangsversteigerungen

Nach der Versteigerung

Ratgeber

Wann bin ich Eigentümer und was bedeutet das für mich?

Mit Verkündung des Zuschlags geht nach der Versteigerung das Eigentum sofort auf den Käufer über, eine notarielle Beurkundung und die Grundbucheintragung sind hierfür nicht nötig. Wird der Zuschlag im Verteilungstermin erteilt, verlässt der Bieter den Saal als Eigentümer – mit allen Rechten und Pflichten. Das heißt, er trägt auch öffentliche Lasten wie die Grundsteuer. Bei Eigentumswohnungen tragen Sie grundsätzlich die Kosten der Instandhaltung, Instandsetzung, Verwaltung und weitere Kosten, wenn sie erst nach dem Zuschlag von der Eigentümergemeinschaft beschlossen wurden. Sie müssen hingegen nicht für rückständige Beitragsschulden des früheren Wohnungseigentümers aufkommen, wohl aber für eine mögliche Deckungsumlage, die zum Ausgleich eines Verlustes der Jahresabrechnung erst nach dem Zuschlag beschlossen wird.

Der Verteilungstermin

Nach der Verkündung des Zuschlags werden Ihnen 6 bis 8 Wochen eingeräumt, bis die restliche Zahlung, 90 % des Betrages, fällig wird. Allerdings sind Sie in diesem Zeitraum verpflichtet, Ihr Meistgebot mit 4 % zu verzinsen. Dies können Sie umgehen, indem das Geld unter Verzicht auf Rücknahme beim Amtsgericht hinterlegt wird. Ohnehin sollten Sie mindestens 10 Tage vor dem Termin das Geld überweisen, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Falls Sie nicht nachweisen können, dass das Geld rechtzeitig überwiesen wurde, können die Forderungen auf Sie übertragen werden. Im schlimmsten Fall führt dies dazu, dass ein Wiedereinstiegsverfahren gegen Sie eröffnet wird. Deshalb sollten Sie rechtzeitig zahlen.

Beim Verteilungstermin wird der Betrag des Meistgebots an die Gläubiger entsprechend ihrem Rang und der Höhe nach verteilt und ausbezahlt. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie nachträglich nicht vom Gebot zurücktreten können – einmal abgegeben, ist es unwiderruflich. Das gilt auch beim Entdecken von Mangelschäden, die Ihnen nicht bekannt waren. Ein Rücktrittsrecht oder Schadensersatzansprüche kann somit nicht geltend gemacht werden.

Wie verhält es sich mit den Mietverhältnissen nach der Versteigerung?

Ein Mietverhältnis wird durch die Zwangsversteigerung des Grundstücks oder der Eigentumswohnung zunächst nicht berührt. Somit übernimmt der Ersteher alle Rechten und Pflichten aus dem Mietverhältnis. Jedoch kann unter Wahrung der gesetzlichen Bestimmungen gekündigt werden, insbesondere wegen Eigenbedarfs. Wenn der Käufer zum nächstmöglichen Termin nach dem Zuschlag kündigt, kann er sich auf die gesetzlichen Fristen berufen, selbst wenn laut Mietvertrag eine längere Frist vereinbart wurde. Das außerordentliche Kündigungsrecht im Zwangsversteigerungsverfahren zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft ist jedoch ausgeschlossen.

Wir hoffen, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und werden den Informationsgehalt in Zukunft vertiefen. Ihre Fragen können Sie gerne in der Frage-Antwort-Sektion stellen.

Tag Post :

Haus kaufen Bayern, Immobilienkauf, Zwangsversteigerung, Zwangsversteigerung nrw

Share This :

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge

Einstieg in den Zwangsversteigerungsmarkt

Einstieg in den Zwangsversteigerungsmarkt

Der Zwangsversteigerungsmarkt wird zurzeit noch häufig mit einer unsicheren Wissensgrundlage assoziiert. Allerdings verbirgt sich hinter jedem der von den

Ein passendes Objekt finden

Ein passendes Objekt finden

Ein passendes Objekt finden MarkusMathes Dezember 29, 2021 Ratgeber Nachdem Sie jetzt ein Grundverständnis dafür haben, wie Zwangsversteigerungen zustande

Der Versteigerungstermin

Der Versteigerungstermin

Die formelle Vorbereitung auf den Versteigerungstermin